Anstrengungen zum Klimaschutz verstärken

Klimaprobleme und Energiewende gehören zu den drängendsten Problemen der Menschheit. Für eine bessere Zukunft gehen mittlerweile zehntausende, überwiegend junge Menschen bei den Fridays-for-future-Demonstrationen auf die Straße. Wie groß diese Herausforderungen wirklich sind, zeigte sich auch in der öffentlichen Videokonferenz mit Jutta Niemann und Dr. Leonhard Haaf. Unter dem Thema „Klimaschutz – sind wir auf dem richtigen Weg?“ diskutierten die Landtagsabgeordnete und energiepolitische Sprecherin der Grünen aus dem Wahlkreis Schwäbisch Hall und der Landtagskandidat der Grünen Main-Tauber mit zahlreichen interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern virtuell über den Weg, die 2015 in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen.

Screenshot von der Videodiskussion über Klimaschutz

Den Ernst der Lage verdeutlichte Dr. Leonhard Haaf mit den aktuellen Erkenntnissen der Klimawissenschaften. Die CO2-Konzentration beschleunige sich seit einigen Jahren besorgniserregend und auch die Temperatur sei seit Beginn der 1990er-Jahre bereits um zwei Grad Celsius angestiegen, machte der Landtagskandidat der Grünen Main-Tauber glaubhaft. Führende Wissenschaftler forderten eine mindestens sechzigprozentige Reduzierung der CO2-Emmissinen bis 2035, um den Klimawandel zu stoppen. Gleichzeitig bezeichneten diese Forscher die Beschlüsse des Klimakabinetts aus dem Jahr 2019 als enttäuschend und werfen der Regierung gar „Staatsversagen in der Klimapolitik“ vor. Auch Franz Fischer von der Grünen Jugend und Fridays-for-future-Aktivist hob in seinem Kurzreferat hervor, dass die Auswirkungen der Klimakrise schon jetzt deutlich zu spüren seien. „Wir haben die Verantwortung, die Klimakatastrophe aufzuhalten.“ Die aktuelle Klimaschutzpolitik reiche dazu bei weitem nicht aus. Franz Fischers Appell: „Geht raus auf die Straße und rein in die Parlamente, um die Klimakrise friedlich und wirkungsvoll zu bekämpfen.“

MdL Jutta Niemann präsentierte die Erfolge der grün geführten Landesregierung in den vergangenen fünf Jahren, darunter auch das beschlossene Klimaschutzgesetz. Ziel sei ein schneller Klimawandel mit einer klimaneutralen Energieversorgung mit zu einhundertprozentig erneuerbaren Energiequellen in allen Bereichen. Mit dem Ausbau der Solarenergie und der Photovoltaik-Pflicht habe man bereits einen wichtigen Schritt erreicht. Baden-Württemberg unternehme dadurch mit Abstand die größten Anstrengungen zum Ausbau erneuerbarer Energien, wie die zuständige Agentur jüngst bestätigte. Als weitere Punkte nannte Niemann die Klimaschutzvereinbarungen mit Unternehmen, nachhaltiges Bauen, die Energiewende in der Industrie und die vielseitigen Anstrengungen im Verkehrssektor, von der Stärkung des ÖPNV und des Rad- und Fußverkehrs, bis zum Umstieg auf alternative Antriebe. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag freute sich darüber, dass mit den beschlossenen Maßnahmen bereits eine 25-prozentige CO2-Einsparung gegenüber 1990 erreicht werden konnte.

In ihrem Ausblick auf die Vorhaben in der nächsten Legislaturperiode kündigte die Grünen-Politikerin die Ausweitung der Solar-Pflicht für Neubauten, den Ausbau der Solarenergie – auch im Agrarbereich, die Erhöhung auf 25 Prozent erneuerbare Energien beim Austausch alter Heizungen, die klimaneutrale Gestaltung neuer Wohngebiete und eine stärkere Unterstützung der Kommunen an. Zudem soll künftig jedes Landesförderprogramm einen Klima-Check durchlaufen. „Unser Ziel ist es, bis 2030 ein Drittel weniger Autos in den Städten, davon ein Drittel mit elektrischem Antrieb zu haben“, sagte die Referentin. Erreicht werden soll auch, dass jeder zweite Weg mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt, eine Verdopplung des ÖPNV und die klimaneutrale Beförderung jeder dritten Tonne im Güterverkehr.

Den informativen Präsentationen schloss sich eine rege Diskussion an, die ebenfalls vom Kreisvorsitzenden Corvin Schmid moderiert wurde. Dabei ging es unter anderem um die Einspeisevergütung für über 20 Jahre alte Photovoltaik-Anlagen, die Energieversorgung in Kommunen mit Nahwärmenetzen und das klimaneutrale Bauen.


Eine Aufzeichnung der Veranstaltung steht auf YouTube zur Verfügung:

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